Ökologische Baustoffe

Materialien die wirklich funktionieren

Wir bauen mit dem, was die Natur bereitstellt — und was die Wissenschaft bestätigt. Nicht als Lifestyle-Statement, sondern weil es das Klima, die Gesundheit und das Haus besser macht.

Graue Energie — Herstellung, Transport, Entsorgung — macht bis zu 40 % der CO₂-Bilanz eines Gebäudes aus. Wer nur den Betriebsstrom zählt, rechnet falsch.

Unser Grundsatz: Das richtige Material an der richtigen Stelle. Beton dort, wo er statisch unerlässlich ist. Holz dort, wo es Wärme und Gesundheit schafft. Lehm dort, wo das Raumklima entscheidet.


Massivholz

Holz ist ein Baustoff, der während seines Wachstums aktiv CO₂ aus der Atmosphäre bindet — und es im verbauten Zustand dauerhaft speichert. Pro Kubikmeter Holz wird rund eine Tonne CO₂ gebunden. Was weniger bekannt ist: Massivholz beeinflusst nachweislich unsere Herzfrequenz und unser Stressempfinden — messbar, nicht gefühlt.

Schüler in Vollholz-Klassenzimmern hatten signifikant niedrigere Herzfrequenz, besseren Vagustonus und weniger aggressives Verhalten. (Universität Graz Studie „SOS – Schule ohne Stress", JOANNEUM RESEARCH, 2009). Holzoberflächen senken Blutdruck, Herzfrequenz und Stressempfinden nachweislich. (TU München HOMERA-Metastudie, Prof. Stefan Winter)

Herzfrequenz

Massivholzoberflächen senken die Herzfrequenz messbar um bis zu 8.600 Schläge pro Tag – das entspricht einer Stunde Herzarbeit, die Ihr Körper täglich einspart.

CO₂-Speicher

1 m³ Holz = ca. 1 Tonne CO₂ dauerhaft gebunden. Regional = minimaler Transportaufwand.

Stressreduktion

Mehrere Metastudien belegen: Holzoberflächen senken Blutdruck, Puls und Stressempfinden.

Antibakteriell

Laut Biologischer Bundesanstalt hygienischer als Kunststoff — auch im Materialinneren.

Lehmbau

Lehm reguliert Feuchtigkeit auf natürliche Weise: Er nimmt überschüssige Raumluftfeuchte auf und gibt sie bei Bedarf wieder ab — konstant, ohne Maschine. Tonminerale binden Schadstoffe und Gerüche, wirken antistatisch und verhindern Schimmel. Und am Ende des Lebenszyklus lässt sich Lehm vollständig wiederverwenden.

Lehmputze zeigen gegenüber allen anderen Innenputzen oder Tapeten signifikante Vorteile bei Sorptionsfähigkeit und Raumklimaregulierung. Messungen belegen dauerhaft ausgeglichene Raumfeuchte, die von Bewohnern als spürbar angenehmer bewertet wird (Eckermann et al., Forschungsbericht Potsdam; BMVBW Forschungsprojekt Raumluftqualität).

Feuchteregulierung

Hält Raumluftfeuchte konstant bei 45–50% — optimal für Gesundheit und Behaglichkeit.

Luftqualität

Tonminerale binden Schadstoffe und Gerüche. Antistatisch — kein Staubwirbel, gut für Allergiker.

Wärmespeicherung

Puffert Temperaturschwankungen. Wärmerückstrahlungswert 63%. Angenehm warm bei 19°C.

Kreislauffähig

100% wiederverwendbar. Beschädigte Stellen einfach nachbessern. Kein Sondermüll, keine synthetischen Zusätze.

Holzfaserdämmung

Holzfaser dämmt im Winter und schützt im Sommer vor Überhitzung — dank hoher Wärmespeicherkapazität. Sie ist vollständig biologisch abbaubar, basiert auf nachwachsenden Rohstoffen und kann regional produziert werden. Im Vergleich zu Styropor oder Polyurethan ist die CO₂-Bilanz bei Herstellung und Entsorgung deutlich besser.

TU Darmstadt (2023): Pflanzliche Dämmstoffe aus Holz- und Hanffasern benötigen bis zu 80% weniger graue Energie als Styropor oder Mineralwolle. IÖW-Studie: Holz- und Hanffasern weisen gegenüber Polystyrol und Polyurethan deutlich geringere Umweltwirkungen auf. 

Sommerlicher Hitzeschutz

Hohe Speichermasse verzögert Wärmedurchgang — natürliche Klimatisierung ohne Technik.

Klimapositive Dämmung

Während Styropor bei der Herstellung CO₂ freisetzt, fungiert Holzfaserdämmung als CO₂-Speicher.

Diffusionsoffen

Feuchte kann entweichen. Kein Schimmelrisiko durch eingesperrte Feuchtigkeit.

Kreislauffähig

Kompostierbar oder thermisch verwertbar. Kein Plastik, das Jahrhunderte bleibt.

Beton

Beton hat eine schlechte CO₂-Bilanz bei der Herstellung. Aber er ist für bestimmte Aufgaben schlicht das beste Material — und das anerkennen wir. Fundamente, Kellerböden, tragende Strukturen mit hohen Lasten: dort wo statische Anforderungen kein anderes Material zulassen, setzen wir Beton ein — so wenig wie nötig, so effizient wie möglich.

Wir planen Tragstrukturen so, dass der Betonanteil minimiert wird. Wo möglich: Recyclingbeton. Wo unvermeidbar: effizient dimensioniert. Laut Hochparterre / ETH: Bei Fundamenten und Kellergeschossen ist Beton aus Klimasicht oft sogar die beste Wahl gegenüber Alternativen — weil er pro Tonne Lastabtrag am wenigsten CO₂ erzeugt.


Secondhand-Material & Apparate

Das beste Recycling ist Wiederverwendung

Bevor ein neues Fenster eingebaut wird, prüfen wir: Gibt es ein gebrauchtes, das passt? Bevor eine neue Badewanne kommt: Gibt es eine einwandfreie auf dem Markt? Secondhand-Materialien und -Apparate haben ihre graue Energie bereits "verbraucht" — die Wiederverwendung kostet klimatechnisch fast nichts.

Wir arbeiten mit Bauteilbörsen, Abbruchmaterial und lokalen Quellen. Was gut erhalten ist, hat im Neubau oder in der Sanierung nichts zu verlieren. Es hat Charakter — und eine deutlich bessere Klimabilanz als jedes Neuprodukt.


Gebäudetechnik

So wenig wie nötig. So clever wie möglich.

Die richtigen Komponenten reichen, um ein Haus energetisch unabhängig zu machen — kein Minergie-Label, kein Fachplaner-Overhead.

Photovoltaik

Bereits 5 kWp auf dem Dach ermöglichen bis zu 70% Autarkie — inklusive Wärmepumpe und E-Auto. Wer mehr Dachfläche hat, produziert mehr als er verbraucht: das Plusenergiehaus.

Mobilität

Überschüssiger Solarstrom fliesst zuerst ins Auto — vor der Netzeinspeisung. Das E-Auto wird zum fahrbaren Puffer.

Wärmepumpe

Kombiniert mit einer gut gedämmten Hülle und Solarstrom: keine fossilen Brennstoffe, keine Abgase, keine jährliche Kaminreinigung. Eine Anlage für Heizung und Warmwasser.

Hausbatterie

Eine kleiner Hausakku bis 10 kwh überbrückt die Nacht und versorgt das Haus mit Strom.

Was wir nicht verwenden — und warum

Styropor — Petrochemisch, praktisch nicht recycelbar, bleibt Jahrhunderte im Boden. Schlechte CO₂-Bilanz bei Herstellung und Entsorgung. Alternativen sind verfügbar.

Lüftungsanlagen — Wartungsintensiv, energieverbrauchend, störungsanfällig. Wer diffusionsoffen baut und die richtige Hülle wählt, lüftet natürlich. Das Haus regelt es selbst.

Verbundmaterialien — Was nicht trennbar ist, kann nicht recycelt werden. Wir wählen Materialien, die am Ende des Lebenszyklus sortenrein getrennt werden können.

Synthetische Oberflächenbeschichtungen — Dispersionsfarben, Latexfarben, Vinylboden, Tapeten: diffusionsdicht, oft schadstoffhaltig, kurze Lebensdauer. Kalk, Lehm und Silikatfarben sind die bessere Wahl.


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